Beobachtungsberichte von interessanten Objekten - Sternwarte Zittau

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Beobachtungsberichte von interessanten Objekten

Supervollmond April 2020
Der erste Vollmond im Frühling ist jedes Jahr ein Besonderer. So zeigt er doch das nahende Osterfest an. Auch in diesem Jahr zeigte sich der erste Vollmond im Frühling am 08.04. und am Sonntag darauf (12.04.) ist Ostern. In diesem Jahr gab sich aber der Vollmond vor Ostern besondere Mühe. Der Vollmond war ein sogenannter Supermond. Von einem Supermond spricht man dann, wenn der Vollmond in der Nacht der Erde besonders nahe kommt. Die Entfernung Erde - Mond betrug am 08.04. gerade einmal 356.910 km. Die durchschnittliche Entfernung Erde - Mond beträgt etwa 380.000 km.  Der Vollmond erscheint dann besonders groß am Himmer. "Super" eben ...
Foto: Rainer Gründel, Olbersdorf aufgenommen am 08.04.2020 um 20:30 Uhr MESZ
Supervollmond
Starlink-Satelliten gesichtet
Also - das Wetter ist gut, der Himmel ist abends klar - da bietet es sich an, beim abendlichen Spaziergang zu den Sternen zu schauen. Die Lichterkette, die man dabei möglicherweise über den Himmel ziehen sieht, ist jedoch keine Ufo-Invasion, wie von manchen gemutmaßt. Es handelt sich auch nicht um Flugzeuge, die angesichts der Corona-Krise Desinfektionsmittel versprühen - auch dieses Gerücht kann man gelegentlich hören. Diese, fast wie auf einer Schnur aufgereihten Satelliten, sind die Internet-Satelliten für das SpaceX-Projekt „Starlink.
Starlink ist ein vom US-Raumfahrtunternehmen SpaceX unter Elon Musk und Gwynne Shotwell geplantes weltumspannendes Satellitennetzwerk, das ab Mitte 2020 Internetzugang in den USA bieten soll, 2021 fast weltweit. Mittlerweile befinden sich mehrere hundert Starlink-Satelliten im Erdorbit, womit SpaceX der weltweit größte kommerzielle Satellitenbetreiber ist.
Die Satelliten sind längst nicht so hell (etwa 3. Größe), wie die ISS, dennoch ist die Beobachtung sehr eindrucksvoll, weil unter Umständen 10 bis 15 solcher Satelliten innerhalb von 15 Minuten zu beobachten sind.
Der Überflug verläuft von West nach Ost, etwas nördlich durch den Zenit. bei hinreichend langer Belichtungszeit (ca. 40 s) und möglichst kurzer Brennweite (18 mm bis 24 mm) lassen sie sich bequem mit einer Digitalen Spiegelreflexkamera, auf einem Stativ fotografieren. Die Empfindlichkeit sollte etwa ISO 800 sein. Und möglichst weit weg von künstlichen Lichtquellen. Die beigefügte Aufnahme zeigt die Spuren von vier Satelliten, die innerhalb von 35 Sekunden am 5. April 2020 um 21 Uhr 10 MESZ das Gesichtsfeld der Kamera passierten.  Die Überflugzeiten finden sich im Internet, einfach mit Google – ‚Starlink Satelliten beobachten‘ eingeben.
Venus in den Plejaden im Frühjahr 2020
Ende März bzw. Anfang April 2020 durchquerte Venus den offenen Sternhaufen der Plejaden. Hier sind einige interessante Schnappschüsse dieses Ereignisses zu sehen.
  • Foto rechts: 5. April 2020, Dietmar Kitta, Zittau
  • Foto unten links: 3. April 2020, Gerald Hamann, Angerode
  • Foto unten rechts: 4. April 2020, Manfrad Heinze, Mittelherwigsdorf
ISS, Venus und Plejaden
ISS, Venus und Plejaden
Am 27. und 28. März 2020 hatten wir zwei sehr schöne Überflüge der ISS. Beim ersten zog die Station scheinbar nur ganz knapp an der Venus vorbei. Dies war ein sehr schöner Anblick. Dietmar Kitta hielt dies auf dem nebenstehenden Foto fest. Links neben der Spur der Raumstation ist der offene Sternhaufen der Plejaden im Sternbild Stier zu erkennen.
Aufnahmedaten:  27. März 2020, Canon 600D, 18 mm Objektivbrennweite, Empfindlichkeit 200 ISO, Belichtungszeit 2 min 15 s.
Merkurdurchgang am 11.11.2019
Wie schon im Vorfeld auf der Webseite der Sternwarte angekündigt, war durch den tiefen Sonnenstand und den Baumbewuchs an der Sternwarte der Transit des Planeten vor der Sonne von der Sternwarte aus nicht sichtbar. Vereinbart wurde eine Beobachtung auf dem Mittelweg, an der "Napoleonslinde". Leider machte uns ein lokales Wetterphänomen einen Strich durch die Rechnung. Der "Böhmische Wind". Dieser kalte, böige Fallwind tritt auf, wenn ein Hochdruckgebiet über dem Böhmischen Becken liegt. Der "Böhmische Wind" bläst dunstig-hochnebelähnliche Nebelschwaden aus Süden über das Zittauer Gebirge. Aber oft reicht dieses Gewölk nicht mal bis zur Stadt heran. So war es auch an diesem 11. November. An der "Napoleonslinde" pfiffen die Hochnebel vorbei. Wer diese Wettererscheinung kennt, weiß auch, dass sie stundenlang andauern kann.  Vom Mittelweg sahen wir die nördlichen Dörfer Wittgendorf und Mittelherwigsdorf in der Sonne liegen. Wir fuhren dann nach einer Stunde los, um wenigstens noch einen Blick zu erhaschen. In Wittgendorf hatten wir gegen halb drei noch klare Sicht. Und es reichte auch noch zu ein paar gelungenen Fotos dieser "Mini-Sonnenfinsternis".
Der nächste in Mitteleuropa beobachtbare Merkurtransit lässt sich erst in 13 Jahren wieder am 13. November 2032 beobachten.
Die Daten zu den Aufnahmen: Merkurtransit 2019 November 11, gegen 14 Uhr 30. Refraktor 80/840, fokal, 1/800 Sekunde bei ISO 1600, Canon 600D.
Aufnahmen: Dietmar Kitta.
Totale Mondfinsternis vom 21. Januar 2019

(Text und Bilder von Rainer Gründel, Olbersdorf)
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