Beobachtungsberichte von interessanten Objekten - Sternwarte Zittau

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Beobachtungsberichte von interessanten Objekten

Totale Mondfinsternis vom 21. Januar 2019

(Text und Bilder von Rainer Gründel, Olbersdorf)
Totale Mondfinsternis am 27. Juli 2018
Am Abend des 27. Juli 2018 fand eine totale Mondinsternis statt, die sich durch eine besonders lang andauernde Totalitätsphase auszeichnete. Auf dem Mittelweg von Zittau nach Olbersdorf versammelte sich eine große Zahl von Schaulustigen, um dieses Himmelsschauspiel zu verfolgen. Leider waren die Beobachtungsbedingungen anfangs alles andere als gut. Durch Wolken in der Nähe des Horizonts war die Sicht auf den Mond versperrt. Erst nach und nach besserte sich die Sicht und der verfinsterte "Blutmond" war zu sehen. Die Geduld hatte sich ausgezahlt. Nach dem Ende der Totalitätsphase konnte man sehen, wie der Mond langsam wieder aus dem Schatten der Erde herauswanderte und zu seinem alten Glanz zurückfand.
Neben dem Mond konnte an diesem Abend eine Planetenparade beobachtet werden. Außer dem Merkur waren alle mit dem bloßen Augen sichtbaren Planeten zu sehen. Ein Blick durch das Fernrohr rief bei den Besucher*innen große Freude hervor. So haben einige an diesem Abend das erste mal eine "Halbvenus", Jupiter mit seinen vier galileischen Monden, sowie Saturn mit seinen Ringen gesehen.
Als krönenden Abschluss zog die ISS noch in einem großen Bogen über den Himmel und schickte einen Gruß an die vielen versammelten Sternfreund*innen. Ein schöner Abend, den viele Besucher*innen auch bei angenehmen Temperaturen und einem kühlen Getränk sichtlich genossen.

Fotos von Rainer Gründel (Olbersdorf), Familie Kitta (Zittau) und Manfred Heinze (Mittelherwigsdorf)
Bei dem nebenstehenden Foto handelt es sich um einen zufälligen Glückstreffer. Fotografiert werden sollte die Spur der ISS mit "Astro-Alex" an Bord (helle Spur). Beim späteren Betrachten des Fotos fiel noch eine weitere etwas dunklere Spur neben der ISS auf. Hier handelt es sich wohl um einen zufällig fotografierten Meteor, im Volksmund auch "Sternschnuppe" genannt.
Schade! Hätte man es gleich bemerkt, hätte man sich etwas wünschen können. Nun ist es zu spät.
Merkurdurchgang am 9. Mai 2016:
Merkur ist auf Grund seiner Sonnennähe ein sehr schnellbeweglicher Planet. Alle 116 Tage steht er in seiner unteren Konjunktion in der Nähe der Sonne. Seine Bahnebene ist jedoch um 7 Grad gegen die Erdbahnebene geneigt, deswegen huscht er bei dieser Position meist über oder unter der Sonne vorbei. Der innerste Planet des Sonnensystems ist nur alle paar Jahre dabei so nahe an der Verbindungslinie Erde-Sonne, dass er als kleine schwarze Scheibe über die Sonne zieht. Man spricht dann von einem Transit oder Durchgang.
Für einige sind die Venusdurchgänge vor unserer Sonne aus den Jahren 2004 und 2012 noch in Erinnerung. Der nächste dieser Art findet erneut für einen Beobachter im deutschsprachigen Raum erst am 8. Dezember 2125 statt. Wohl kein heute lebender Mensch wird einen Vorübergang der Venus vor der Sonne wieder sehen können. Merkurdurchgänge vor der Sonnenscheibe sind schon häufiger zu beobachten. Betrachten wir nur die Sichtbarkeiten der letzten 50 Jahre in Mitteleuropa, so geschah dies am 9. Mai 1970, am 10. November 1973 und am 7. Mai 2003. Nach dem diesjährigen Durchgang ist das bereits am 11. November 2019 wieder der Fall. Dann, nach 13-jähriger Pause  am 13. November 2032, am 7. November 2039 und am 7. Mai 2049.
Der diesjährige Merkurdurchgang war besonders schön zu beobachten, weil der Planet sehr nahe am Sonnenmittelpunkt vorbeizog. Er begann etwa 13 Uhr 14 min (Sommerzeit) und endete um 20 Uhr 41 (Sommerzeit). Der Durchgang zog sich somit über siebeneinhalb Stunden hin. Trotz einiger durchziehender Wolken war der Merkur vor der Sonnenscheibe sehr gut zu sehen (siehe nebenstehende Abbildung):
merkurtransit3
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